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A. Haupteingang und Pylonen

Die beiden Pylonen des Horustempels sind 120 Ellen lang, 21 Ellen breit und haben eine Höhe von 36 Metern [1].

Für die Priester symbolisierten sie das Ost- und das Westgebirge, zwischen denen die Sonne auf- und unterging. Man assozierte sie aber auch manchml mit Isis und Nephthys.

Daß der Tempel mitunter den Charakter einer Festung hatte, machen die Szenen auf der äußeren Fassade deutlich : überwiegend findet man dort Szenen zur Abwehr von Feinden, insbesondere von Fremdlandbewohnern, welche eine ständige Bedrohung für das Land darstellten.

Aufriss und Schnitt des Pylons
Aufriss und Schnitt

Im Inneren der Pylonen waren auf mehreren Etagen etliche Schatzkammern versteckt.
Vermutlich gehörte der Abschnitt zu den bestbewachten des ganzen Tempelkomplexes. Mehrere Wachen könnten hier postiert gewesen sein, um den Personen- und Warenverkehr durch das Haupteingangstor zwischen dem Tempel und der Außenwelt zu kontrollieren.
Zusätzlich gab es noch 6 kleinere Nebeneingänge, die zum Opferhof führten.

Auf der Vorderseite befanden sich aus Kupfer beschlagene Flaggenmasten aus Koniferenholz, deren Einlassungen man heute noch gut erkennen kann. Deren Höhe übertraf wahrscheinlich die Höhe des gesamten Tempels.
Außerdem standen zwei Obelisken vor dem Eingang, welche heute leider ebenfalls nicht mehr erhalten sind.

Pylonansicht Ende des 18. Jahrhunderts
Pylonansicht Ende des 18. Jahrhunderts vor der Freilegung des Tempels
Südansicht des Pylons
Südansicht des Pylons
Westfassade des westlichen Pylonturmes
Westfassade des westlichen Pylonturmes

[1] In den Inschriften wurden nur 60 Ellen genannt, real sind es jedoch 70 Ellen.

Als Quellliteratur wurde hauptsächlich verwendet:

Kurth, Dieter : Treffpunkt der Götter, Artemis & Winkler, 1998
Sauneron, Serge : Die letzten Tempel Ägyptens, Medea,