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Das Neujahrsfest (Monat 1, Tag 1 bis 4, Achet)

Das Neujahrsfest fand, wie zu vermuten, am Anfang des ägyptischen Jahres statt und dauerte insgesamt drei Tage.

Aus der Barkenkapelle und den Krypten holte man die ehrwürdigsten Statuen hervor.
In Holzschreinen wurden diese in den Altarsaal gebracht, wo man diese kleidete, frisierte und für die Hauptzeremonie vorbereitete

Über die Osttreppe wurden die Statuen dann in einer Prozession auf das Tempeldach gebracht.
Standarttragende Priester führten diesen Auszug an, die zugleich dafür sorgten, daß der Weg zum Dach geweiht wurde.
Dahinter folgten andere Priester mit Göttermasken, Weihrauch und rasselnden Sistren, gefolgt vom Königspaar.
Insgesamt neun Kapellenträger waren als Chenti-irti, der vier Horuskinder und der vier Kinder des Chenti-irti verkleidet.
Den Abschluss dieser Prozession bildeten weitere Priester und Gruppen von Prozessionsgängern.

Angekommen auf dem Dach wurden die Statuen mit Blick nach Süden in den kleinen Steinkiosk an der Nordostecke aufgestellt. Die Prozession wurde dabei ständig von liturgischen Gesängen begleitet.

Der Höhepunkt des Festes war die Öffnung des Holzdaches der Kapelle.
Diese diente zur symbolischen Vereinigung von Horus und den anderen Göttern mit der Sonnenscheibe.

Nach der Beendigung des Rituals wurden die Götterstatuen wieder in ihren Holzschreinen verschlossen und über die Westtreppe an ihren urtümlichen Platz ins Innere des Tempels gebracht.

Als Quellliteratur wurde hauptsächlich verwendet:

Kurth, Dieter : Treffpunkt der Götter, Artemis & Winkler, 1998
Sauneron, Serge : Die letzten Tempel Ägyptens, Medea,