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Horus von Letopolis

Beinamen :

"Horus ohne Augen" - mxntj-jrtj
,
"Horus des Abendlandes" - m3nw

Geschichte
Horus von Letopolis ist bereits sehr früh in der ägyptischen Religionsgeschichte aufgetaucht. Im Alten Reich erhob Pharao Djoser ihn zum unterägyptischen Gegenstück des "Horus von Edfu" [1]

Weiterhin bildete er als Gott des Abendlandes (immerhin lag Letopolis auf der Westseite des Nils!) ein Gegenstück zu Re-Harachte und sicherte Letopolis damit eine wichtige Position innerhalb des ägyptischen Totenglaubens.
Dazu muss man wissen, dass sich besonders zur Zeit des späten Alten Reiches die beiden Städte Heliopolis und Letopolis in einem Wettstreit befanden, in der es darum ging, eine bevorzugte Stellung in der ägyptischen Religion innezuhaben.

Im Neuen Reich wurde diesem ansonsten eher zweitrangigem Gott eine ziemlich große Ehre zu Teil, denn Pharao Thutmosis I. zählte ihn zur "grossen Neunheit in Abydos".
Zur dieser Neunheit gehörten weiterhin Chnum von Antinoe, Chnum aus Elephantine, Thot aus Hermopolis, Harenddotes, Upuaut von Oberägypten und Upuaut von Unterägypten.

Mythologie
In Letopolis entstand wahrscheinlich die berühmte Sage der beiden Himmelsaugen.
Danach musste Horus, der hier als "ohne beide Augen" betitelt wurde, seine beiden Augen als himmliche Gestirne Sonne und Mond opfern, daher spricht man auch vom Sonnen- und Mondauge.

Im ägyptischen Totenbuch ist Horus-Mechentirti einer der sieben Schutzgeister des Anubis und einer der beiden "Doppelträger des Doppel-Ba". [2]

Astronomie
In der ägyptischen Astronomie galt er als Knumis , dem ersten der zwölf Dekansterne

Texte

Ich bin der Herr von Letopolis...
Ich war mit Horus...
Das Tribunal in Letopolis...


[1] Auf den unterirdischen Reliefs des Djosergrabbezirks in Saqqara werden zwei Szenen gegenübergestellt: Wie der Pharao das Horusheiligtum in Edfu und das Horusheiligtum in Letopolis besucht.
[2] Erik Hornung, Das Totenbuch der Ägypter, Spruch 17.
Der andere Doppelträger heisst "Horus, der seinen Vater schützt".
Aus einer Vignette des Ani geht hervor, das ein Doppelträger ein Djed-Pfeiler ist.
Das Doppel-Ba ist die Vereinigung des Osiris mit dem Ba des Re.

Als Quellliteratur wurde hauptsächlich verwendet:

Hornung, Erik : Das ägyptische Totenbuch, Artemis & Winkler, 2000
Kees, Hermann : Der Götterglaube der Alten Ägypter, Akademie-Verlag, 1977